Die Lebenskraft

Die Lebenskraft in der Homöopathie

Homöopathie ist ursächlich Behandlung, denn das homöopathische Arzneimittel korrigiert die gestörten Lebenskräfte und unterdrückt keine Symptome. Während die Schulmedizin nach den Ursachen einer Krankheit sucht, geht man in der Homöopathie von der Frage aus: "Was ermöglicht es dem Organismus, trotz der äusseren krankmachenden Einflüsse gesund zu bleiben?" Mikroben, wie Bakterien, Viren, Mykosen (Pilze) sind allgegenwärtig (ubiquitär). in Mensch steckt sich an, der andere bleibt gesund.

Schon der Mikrobiologe Louis Pasteur (1822-1895) sagte zur Ansteckungsgefahr und folglich zur Krankheitsursache: "Der Erreger ist Nichts, das Milieu (Wirtsorganismus) ist Alles". Mütter kennen dieses Phänomen, wenn sie fünf Kinder in die Badewanne stecken, um z.B. die Windpocken auf einen Rutsch zu erledigen. Nur ein Kind infiziert sich vielleicht an dem kranken, die anderen bleiben jedoch gesund, denn sie sind für den Erreger nicht empfänglich.

Auch Hahnemann sagte, dass wir die Krankheit nur an ihren Symptomen erkennen, dass aber die Symptome nicht die Krankheit sind. Symptome sind Ausdruck der "verstimmten Lebenskraft".

Über die Krankheitsursachen und die Krankheitsentstehung scheiden sich die weisen Geister. Die Erklärungsbeispiele und Theorien sind vielfältig, doch auch in der modernen Medizin ist die Ätiologie (Lehre von der Krankheitsentstehung) ein dunkles Gebiet.

Zur Erklärung der homöopathischen Denkweise soll mir folgendes Beispiel/Analogie dienen: das Symptom für niedrigen Ölstand unseres modernen Autos, würde dem blinkenden Kontrollämpchen am Amaturenbrett entsprechen. Nehmen wir nun den Hammer und schlagen das lästig, blinkende Lämpchen kaputt? Natürlich nicht! Wir halten an und gehen der Ursache nach, indem wir den Motor mit Öl auffüllen. Genauso sehen wir in der Homöopathie das Symptom als Warnsignal des Körpers an. Es hilft dem Homöopathen den Weg zum heilenden Arzneimittel zu finden. Symptome machen Sinn, auch wenn sie leidhaft sind und wir uns, verständlicher Weise, nichts lieber wünschen als sie möglichst schnell los zu werden.

Lassen Sie mich eine weitere Analogie/Entsprechung aus der Regulations- und Steuerungslehre (Kybernetik) anführen, um Ihnen die Selbstheilungskräfte (Eigenregulation) unseres Organismus zu erklären. Das Gesamtsystem der Organe unseres lebenden Körpers kann mit einem riesigen, komplexen, aufeinander abgestimmten und intelligenten "Öko-Räderwerk" verglichen werden. Nur dass es eben nicht mechanisch ist. In ihrer Funktion greifen z.B. das Blut (Sauerstoffträger), die Lunge (Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxydabgabe), das Herz (Blutpumpe/Sauerstoffpumpe), etc. ineinander ein und funktionieren in Gesundheit und in Krankheit miteinander mehr oder weniger gut. Kein Organ kann ohne das andere seine Aufgabe erfüllen, geschweige denn überleben, denn jedes braucht zumindest eine Blut- und Sauerstoffzufuhr.

Entgleitet nun im Krankheitsfalle dieses "Super-Öko-Körpersystem", so ist die Harmonie der einzelnen Teile untereinander gefährdet. Homöopathie im Krankheitsfalle ist einfach nur geniale Hilfe zur Selbsthilfe, denn sie unterstützt den Organismus, sein eigenes Gleichgewicht (Homöostase) wiederzufinden.

Dr. Voegeli, der bekannte Schweizer Homöopath sagte so eindrucksvoll: "Alles im Leben, was wir nicht trainieren, verkümmert".

Denn nur die eigene Anstrengung lässt uns fit bleiben und lernen, auch wenn wir von aussen Unterstützung bekommen. So gesehen ist Krankheit im eigentlichen Sinne auch nichts Negatives, was wir mit aller Gewalt aus unserem Leben verbannen müssen, was uns im übrigen sowieso nicht gelingen wird. Sie ist der Versuch des Lebens, zurück zu einem neuen Gleichgewicht zu finden.

Dr.Still, der Begründer der Osteopathie, die in etwa mit der Homöpathie vergleichbar ist, drückte es in folgenden Sätzen aus: "Der Körper ist Gottes Apotheke. In ihm sind alle Flüssigkeiten, Heilmittel, befeuchtenden Öle, Opiate, Säuren, Basen und jede Qualität der Heilmittel vorhanden, die die Weisheit Gottes als notwendig erachtete für die Gesundheit und das Glück des Menschen".

Erst die Diagnose dann die Therapie...,

so lernt es der Medizinstudent an der Uni, doch in vielen Fällen steht die Allopathie (Schulmedizin) besonders geistigen, seelischen, und funktionellen Symptomen ratlos gegenüber, weil keine organischen Veränderungen festzustellen sind. Klinische Diagnosen können wertvoll und hilfreich sein und Leben retten. Genauso gut aber auch völlig nutzlos sein, wenn sie keine offensichtlichen Befunde erbracht haben. Dann hat die Diagnose zur Heilung der Krankheit überhaupt nichts beigetragen und ausserdem horrende Kosten verursacht.

Die Homöopathie benützt die Idee, eines einheitlichen Ganzes ohne Teilung von Leib und Seele als Spiegel und zur Findung der Arznei. Auch ist die Idee, die Arznei menschenbezogen einzusetzen, zu wertvoll, um von einer einseitigen klinischen Medizin übersehen zu werden.

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