Das Ähnlichkeitsgesetz

das homöopathische Ähnlichkeitsgesetz

Bei seinen Forschungen fand Hahnemann heraus, dass bestimmte Substanzen (wie im Beispiel oben die Chinarinde), in einer ungefährlichen homöopathischen Überdosierung, den gesunden Menschen krank machen. Genau diese Substanz kann aber einen kranken Menschen mit ähnlichen Krankheitssymptomen, heilen. Somit ahmt das homöopathische Arzneimittel quasi die echte Krankheit (Malaria) nach, und bekommt Zugang zu den geschwächten Ordnungskräften, den still liegenden Abwehrmechanismen. Der Heilungsprozess kommt in Gang, der "Schlüssel passt ins Schloss".

1796 formulierte Hahnemann das Ähnlichkeitsgesetz. Dasjenige Mittel sei bei einem Kranken anzuwenden, das beim Gesunden ähnliche Symptome zu erzeugen vermag. "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt" – lat. "Similia similibus curantur". Der Volksmund sagt es in etwa so: "Was die Wunde geschlagen hat, das wird sie heilen".

Dazu ein weiteres Beispiel: Beim Schneiden einer frischen Zwiebel bekommen die meisten Menschen recht schnell tränende Augen, oft mit Brennen und Juckreiz. Die Nase tropft und zeigt Symptome als hätte man einen wässrigen Schnupfen. Eine Besserung stellt sich erst bei weit geöffneten Fenster ein. Stellt sich ein Patient nun mit dieser Art des Schnupfens beim Homöopathen vor, so bekommt er "Allium cepa" (die Zwiebel homöopathisch aufbereitet) verordnet, was ihn schnell von seinem Schnupfen befreit. Allium cepa heilt aber keinen verstockten Schnupfen mit gelb-eitriger Absonderung, der sich vielleicht noch in der frischen Luft verschlechtert, weil diese Symptomatik einer anderen homöopathischen Arznei entsprechen würde.

Das zugrundeliegende Prinzip des "Ähnlichen" ist ein Naturgesetz wie das Gesetz der Schwerkraft (Gravitationsgesetz). Dieses behauptet, dass der Apfel immer vom Baum auf den Boden fällt und nicht in umgekehrter Richtung. Zur Erklärung dieses Phänomens haben die Physiker die Gravitationskonstante geschaffen. Doch wirklich erklären kann man diesen Vorgang eigentlich nicht (wir haben uns ganz selbstverständlich daran gewöhnt), man weiss eben, dass es diese Konstante gibt. Genauso verhält es sich mit der Erklärbarkeit, des Grundsatzes der Homöopathie. Er funktioniert, ob wir ihn nun erklären können oder nicht, spielt nicht die massgebliche Rolle. Entscheidend ist, dass wir dieses Gesetz uns mit Erfolg in der täglichen homöopathischen Praxis zunutze machen.

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